Tour zum Katzenbuckel

Meine Tort(o)ur zum höchsten Berg im Odenwald.

Zugegeben die Überschrift ist nicht ganz zutreffend, denn die eigentliche Tortur begann erst mit dem Abstieg vom höchsten Berg im Odenwald, dazu aber (sofern Sie mögen) später mehr.

 

Bei meiner gestrigen Reiseroute folgte ich der „Gelben X“ Markierung vom Odenwaldklub e.V.  , welche einen 90km Hauptwanderweg kennzeichnet, der von Ladenburg bis nach Osterburken verläuft, und sich „Auf den Spuren der Römer“ nennt.

Das Teilstück von etwas über 30km, welches ich gestern bewanderte, führte mich durch die folgende Ortschaften:

Heidersbach – ScheringenLimbach – Balsbach – Wagenschwend – Mülben – WaldkatzenbachEberbach

Von einigen Abschnitten war ich absolut fasziniert, dass ich stellenweise kaum glauben konnte, auf einem offiziellen Wanderweg zu gehen 🙂 . Lediglich einmal, etwa auf der Höhe des Sportplatzes Wagenschwend ist die Markierung leicht irreführend, und nicht ganz durchgängig, jedoch steht dort eine Wandertafel anhand der ich mich orientierten konnte.

An einigen Bildern in diesem Artikel habe ich etwas nicht ganz ernst gemeinte Kommentare geschrieben, die bitte niemand persönlich nehmen mag. 

Die ersten beiden Städtchen durchwanderte ich ohne etwas neues endeckt zu haben. Natürlich bin ich auch wieder an dem Wegweiser zum Dreisteg vorbeigekommen und musste das erste Mal schmunzeln 😉 .

Limbach

Der nächste Lacher folgte dann in Limbach auf der Hauptstrasse, als ich dieses Haus mit dem etwas anderen Detail sah.

(Bilder zum vergrössern anklicken)

Haus mit schiefem Fenster in Limbach
Haus mit schiefem Fenster

Ortsausgang Limbach geht es rechts hoch Richtung Wald (yippiee). Linkerhand am Wegesrand auf Höhe des Schützenhauses muss wohl kürzlich jemandem etwas aus der Tasche gefallen sein, so dass ich meinen Proviant aufstocken konnte.

Zigaretten
Zigaretten – Ich sag mal: Danke

 

Waldweg Limbach – Balsbach

Jetzt folgt mit einer der schönsten Abschnitte der Tour von gestern. Trampelfade und auch Waldwege ohne übermäßigem Geröll/Schotter/Split.

Der Trampelpfad führt zu einem alten Steinbrückchen.

Wie fast in jedem Waldstück hier im Odenwald, fand sich auch hier ein loser Maschendrahtzaun am Wegesrand. Da ich keine Lust habe darin mal ein verletztes Tier zu finden, habe ich den Zaun mal rausgeschleift und am Waldrand auf den Holzblock gelegt. Eventuell wird er ja entsprechend entsorgt.

Maschendrahtzaun
Maschendrahtzaun
Balsbach

Dieses Örtchen habe ich gestern das erste Mal gesehen. Nachdem mich der Waldweg dorthin schon fasziniert hat, hat mich das Panorama des Ortes überwältigt. Wirklich ein idyllisches Dorf, in dem es so scheint, als wäre der einzige Durchgangsverkehr der des Postboten.

LKWs ?…  Fehlanzeige!

Mäusebussard auf dem dritten Ballen von rechts unten
Mäusebussard auf dem dritten Ballen von rechts unten. – Balsbach im Hintergrund

Auch kann Balsbach mit einem Kunstwanderweg aufwarten.

Waldweg Balsbach – Wagenschwend

Auch hier ein wirklich angenehmer Waldweg, wenn auch sehr kurz.

Wagenschwend

Auch wenn ich in diesem Ort noch nie war, habe ich nicht so viele Fotos gemacht, aber dennoch gefällt mir eines besonders, denn da wo ich eigentlich herkomme gibt es das nicht.

Dorfgemeinschaftshaus Wagenschwend
Dorfgemeinschaftshaus Wagenschwend
Waldweg Wagenschwend – Mülben

Der Waldweg führt erst etwas an der Strasse entlang, geht aber dann immer tiefer in den Wald, und ist wohl auch eher für Radfahrer gedacht, da hier natürlich nicht an Schotter/Split gespart wurde.

Kurz vor der Ortschaft sah ich in einiger Entfernung irgendein Tier den Waldweg entlang, schnur stracks auf mich zu rennen. Nach kurzer Zeit konnte ich erkennen, dass es sich um einen herrenlosen Hund handelt. Kurz bevor er mich erreichte bog er recht ab, zu einem Teich, an dem auch Enten mit ihrem Nachwuchs planschten. Da dort an dem Teich ein älteres Ehepaar auf einer Bank saß, ging ich davon aus, dass der Hund zu ihnen gehört. Scheinbar war dem aber nicht so, denn nun tauchte aus der Entfernung ein Mann auf, der nicht ganz so gut zu Fuß war. Er trug eine Hundeleine bei sich und grüsste freundlich. Ich erwiderte den Gruß, ersparte mir aber einen Kommentar.

Herrenloser Hund
Herrenloser Hund

Am Ende des Waldweges kam erstmals mein Ziel in Sichtweite.

Katzenbuckel in der Ferne - nächstes Dorf ist Mülben
Katzenbuckel in der Ferne – nächstes Dorf ist Mülben
Mülben

Auch in dieser Ortschaft war ich das erste Mal und scheint auch recht idyllisch zu sein. Fast hätte ich auch eine Kneipp-Runde gedreht, aber ich wollte weiter.

Waldweg Mülben – Waldkatzenbach

Auch hier ein absolut toller Waldweg, aber scheinbar nur ein Bild davon gemacht – schäm

Waldweg zwischen Mülben und Waldkatzenbach
Waldweg zwischen Mülben und Waldkatzenbach
Waldkatzenbach

Das Ziel rückt immer näher, und damit auch die Gedanken an meine Höhenangst, wie sie mich kürzlich erst auf dem Wintersteinturm im Taunus ereilt hatte. Knappe 30km gelaufen und dann doch nicht hoch in den  18 Meter hohen Turm?

Katzenbuckel – 626 m.ü. NHN

Der Katzenbuckel ist mit 626 m.ü. NHN der höchste Berg im Odenwald. Auf meinem Weg zum Gipfel kam ich an einer Skisprungschanze vorbei, auch gibt es dort einen „Weg der Kristalle“. Da es aber schon ca. 18:00Uhr war konnte ich nicht mehr alles erkunden, denn jetzt ging es darum nach oben zu kommen.

Aussichtsturm Katzenbuckel

Ich werde mal etwas die „Spannung“ rausnehmen und verraten, dass ich tatsächlich den Turm erklommen habe. Leider war der Turm aber  von einer Person mit Stativ, Funkgerät sowie seinem Hund „besetzt“, so dass ich mich nicht wirklich auf die Plattform stellen konnte bzw. wollte, da es für meine Verhältnisse dafür zu eng war. Wie ich wärend meiner Knipserei so hören konnte, beobachtet er Bussarde und kommunizierte über das Funkgerät mit jemanden auf einer anderen Burg oder am Boden, ich wollte nicht stören und stieg die Treppe wieder hinab.

Waldweg Katzenbuckel – Burg Eberbach

Wie eingangs schon erwähnt – es folgt die T O R T U R.  Da es schon relativ spät war konnte ich den gleichen Weg nicht zurück gehen, sondern benötigte eine Stadt mit Bahn-Anschluss. Desshalb also den Katzenbuckel auf der anderen Seite runter in Richtung Eberbach.

Mir macht es nichts aus ohne Ende bergauf zu gehen, aber leider muss man ja wieder runter, und der anfängliche Trampelpfad ging aber dann zunehmend in eine Schotter/Geröllpiste über, welche nach bereits zurückgelegten 30km mächtig auf die Gelenke geht, und es sich anfühlt als bohrt sich jeder einzelne Stein in die Fusssohle.

Noch ziemlich in der Nähe des Gipfels befindet sich auch eine Grillhütte

Während des Abstiegs kam ich ab und an einem Schild mit der Aufschrift Burg vorbei. Da diese Burg auf dem Weg lag, dachte ich mir, die nehme ich noch mit.

Serpentinen Burg Eberbach – Eberbach

Nach meinem Abstieg vom Katzenbuckel zur Burg Eberbach dachte ich schon, das Gröbste sei geschafft, doch habe ich nicht erwartet, dass es noch so weit bis nach unten ist. Zwar hatte ich nun endlich wieder einigermassen Waldboden unter meinen Füßen, aber ich hatte kaum noch Power, und war froh als ich die Serpentinen hinter mich gebracht hatte und unten ankam.

Ab zum Bahnhof und um 19:41Uhr mit der Bahn in Richtung Heimat.

Alles in allem war es ein toller Ausflug.

TIPP: Einige Bilder von meinen Touren veröffentliche ich auch auf Instagram

Die gelaufene Route gibts wie immer im Google Earth Format für registrierte Benutzer im Forum.